Hier finden Sie eine Auflistung relevanter Blutwerte, die im Rahmen der Gesundenuntersuchung erhoben werden können.

Adrenalin

Adrenalin ist ein Hormon, das im Nebennierenmark gebildet und bei körperlicher oder psychischer Belastung ins Blut ausgeschüttet wird.  Der Körper nutzt dieses Hormon zur Bewältigung einer Situation, da es beispielsweise die Steigerung der Herzfrequenz, den Anstieg des Blutdrucks, die Erweiterung der Bronchien und die rasche Mobilisierung von Energiereserven ermöglicht. Aufgrund dieser Eigenschaften kann der Körper rascher und effektiver auf eine Situation reagieren.

Amylase und Lipase

Amylase ist ein Enzym, welches dafür sorgt, dass der Körper Kohlehydrate verwertet. Die Produktion dieses speziellen Proteins findet vor allen in der Bauchspeicheldrüse, aber auch in den Mundspeicheldrüsen statt. Beim Kauen aufgenommener Nahrung wird durch den Speichel bereits ein Abbau von Stärkebestandteilen der Nahrung bewirkt. Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) besitzt 2 Funktionen – Ausschüttung von Insulin und Glukagon und die Bildung und Verteilung des Pankreassaftes zur Verdauung der Nahrungsbestandteile.

Lipase ist ebenfalls ein Enzym der Bauchspeicheldrüse, das die Verdauung der aufgenommenen Nahrung unterstützt und dient zur Aufspaltung von Nahrungsfetten.

Bilirubin

Bilirubin ist der gelbe Gallenfarbstoff, der sowohl Urin als auch dem Stuhl seine Farbe gibt. Es wird in der Milz, Leber und dem Knochenmark als Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin gebildet.

Blutzucker

Der Nüchternblutzucker sagt aus, ob ein Hinweis auf eine Zuckererkrankung (Diabetes) besteht. Bei Verdacht auf Diabetes muss immer auch der Langzeitzuckerwert (HbA1C) erhoben. Dieser spiegelt den Blutzuckerwert der letzten 3 Monate wieder.

Calprotectin

Calprotectin ist ein Eiweiß, das in der Zellflüssigkeit von weißen Blutkörperchen vorkommt. Ein erhöhter Wert ist ein Signal für eine Ansammlung von weißen Blutkörperchen im Darm, das wiederum typische für eine Entzündung im Darm spricht. Durch die Bestimmung von Calprotectin lassen sich Darmentzündungen besser einschätzen, als durch Entzündungsblutparameter, da diese bei einer Entzündung auch außerhalb des Darms erhöht sind. Erhöhte Calprotectin Werte können also ein Hinweis auf folgende Erkrankungen sein:

  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, können damit bereits in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert werden.
  • Darminfektionen
  • Tumore im Bereich des Darms

In der Prävention kann die Bestimmung von Calprotectin (im Rahmen eines Stuhltests) als Richtwert eingesetzt werden, bevor weitere Maßnahmen – wie Koloskopie durchgeführt werden müssen.

Cholesterin

Cholesterin – ist ein Blutfettwert, der rund 2/3 Drittel in der Leber selbst produziert wird und nur 1/3 wird mit der Nahrung zugeführt. Die Leber versorgt den Körper mit Energie in Form von Glukose und Fettsäuren, die er braucht. Im Prozess der sogenannten Lipogenese wird die Leber angeregt, aus Zucker und Kohlenhydraten in der Nahrung Fett und Cholesterin herzustellen.  Das wird dann gemeinsam mit den Triglyceriden in den Blutkreislauf transportiert.  Zu beachten ist, dass man nie isoliert das Gesamtcholesterin betrachten soll, sondern auch LDL, HDL und das Verhältnis zueinander. Ein erhöhter Cholesterin Wert allein hat keine medizinische Aussagekraft.

Grundsätzlich kann man sagen, dass erhöhte Blutfettwerte von falscher Ernährung kommen, aber auch Stress und familiäre Vorbelastung können die Ursache für einen erhöhten Cholesterinspiegel sein.

  • HDL: gutes Cholesterin – sollte bei Männern über > 55 mg/dl und bei Frauen > 65 mg/dl liegen – gesunde Ernährung und Bewegung können den Wert steigern, Stress und Rauchen z.B. senken
  • LDL – auch als schlechtes Cholesterin bezeichnet – Wert sollte unter 150 mg/dl liegen – lagert sich bei anhaltender Erhöhung als Plaques in den Wänden der Gefäße ab. (Gefahr für Arteriosklerose).

Neue Studien belegen aber, dass man den LDL Wert weiter aufspalten sollte – sLDL – um ein Risiko für Arteriosklerose bestimmen zu können.

Cholinesterase (CHE)

Cholinesterase ist ein in der Leber gebildetes Enzym und wird zur Beurteilung der Leberfunktion verwendet. Vor allem für die Berechnung der Medikamentengabe (Muskelrelaxantien) bei Narkosen, denn dadurch wird die Eigenatmung unterdrückt, ist es ein wichtiger Parameter, um nach Beendigung der Operation den Patienten schnellstmöglich wieder eigenständig atmen zu lassen.

Cortisol

Cortisol wird als körpereigenes Hormon in der Nebennierenrinde gebildet und ist unter anderem für die Stoffwechselvorgänge und für hormonelle Regulationen im Körper zuständig. Cortisol ist vor allen als Stresshormon bekannt, die Messung ist tagesabhängig und sollte bei Kontrollmessungen immer zur gleichen Tageszeit gemessen werden.  Des Weiteren werden die Steuerung des Salz- und Wasserhaushaltes, sowie des Blutzuckerspiegels zu den wichtigsten Funktionen gezählt.

CPK

Das Enzym CPK – Creatinkinase kommt in allen Muskelzellen und im Gehirn vor und ist für den Energiestoffwechsel der Muskelzellen wichtig. Werden die Zellen geschädigt (durch Verletzungen oder Herzerkrankungen/ Herzinfarkt, auch da gehen Muskelzellen zugrunde) erhöht sich der Wert im Blut. Nach intensivem Sport, besonders Krafttraining oder extremen Ausdauerbelastungen (Marathon) kann der Wert erhöht sein, ohne dass es sich dabei um eine Erkrankung handelt. Bei ständig erhöhten Werten sollte die Trainingsintensität vermindert werden.

C-reaktives Protein (CRP)

CRP das C-reaktive Protein (CRP) ist ein Entzündungsparameter und ein Hinweis auf Entzündungen im Körper und in den Gefäßen. Es können chronische Entzündungsreaktionen stattfinden, die dafür sorgen, dass die Gefäße verengen und ist somit ein wichtiger Indikator für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Elektrophorese

Elektrophorese – in unserer Blutflüssigkeit (Serum) sind in einem Liter etwa 60 Gramm Eiweiß (Protein). Dieses Gesamteiweiß besteht aus sehr vielen verschiedenen Eiweißstoffen und zur Erkennung von Krankheiten ist es wichtig zu wissen, welcher Eiweißstoff vermindert oder vermehrt ist. Gerade bei Sportler – Hobby bis Leistungssportler – ist die Erhebung des Wertes bezüglich Nieren, aber auch Muskeln und Gelenke wichtig.

Fibrinogen

Fibrinogen ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Blutstillung und die Ausgangssubstanz für die Bildung eines Thrombus (Blutgerinnsel). Es liegt ständig im Blut gelöst vor. Fibrinogen zählt zu den sogenannten Gerinnungsfaktoren. Bei erhöhten Fibrinogen Werten wird die Fließeigenschaft des Blutes schlechter und das Blut neigt dazu, häufiger zu gerinnen.  Das kann z.B. ein Hinweis auf Blutgerinnsel oder Lebererkrankungen sein.

Gamma –GT (Leberwert)

Als Leberwerte bezeichnet man die Leberenzyme Gamma GT, GOT und GPT und sie sagen aus über eine eventuelle Schädigung der Leber. Für den Anstieg der Werte kann es viele Ursachen geben:

  • Vielzahl von Medikamenteneinnahme
  • Einnahme von Antibiotika
  • fettreiche Ernährung
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • toxische Schädigung.
  • Verengung der Gallenwege
  • Gallensteine

Harnsäure

Harnsäure ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels. Als Nahrungsmittelbestandteil wird Purin mit Fleisch und Innereien aufgenommen und wird über Niere und Darm wieder ausgeschieden. Bei höheren Konzentrationen bilden sich vor allem in den Gelenken Harnsäurekristalle, die dort massive Entzündungsreaktionen hervorrufen können. Es kommt zum so genannten Gichtanfall. Erhöhte Harnsäure-Werte können auch zur Bildung von Nierensteinen führen.

Homocystein

Homocystein ist eine natürlich im Körper vorkommende schwefelhaltige Aminosäure, die nicht durch die Nahrung aufgenommen wird, sondern ein Zwischenprodukt im Stoffwechsel darstellt. Ein erhöhter Wert stellt auch ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Durch die Einnahme von Vitamin B12, B6 und Folsäure kann dieser Wert auch wieder gesenkt werden. Die Einnahme eines Vitaminpräparates sollte allerdings erst ab einer Erhöhung von über 25 und nur auf ärztliche Anweisung geschehen und der Wert sollte nach 2 – 3 Monaten kontrolliert werden.

Für eine natürliche Senkung des Homocystein Wertes ist neben regelmäßiger Bewegung auch ein vermehrter Genuss folgender Lebensmittel zu empfehlen:

  • Vitamin B 6 enthalten in: Lachs, Bananen, Truthahn
  • Vitamin B 12 enthalten in: Hüttenkäse, Thunfisch, Sardinen und Austern
  • Folsäure enthalten in: Weizenkeime, gekochte Linsen, Hirse, Sonnenblumenkerne, Kichererbsen und Spinat

Immunglobuline

Immunglobuline bestehen aus einer unterschiedlichen Zusammensetzung von Eiweißen. Durch ein spezielles Untersuchungsverfahren kann man die Immunglobuline „zählen“. Die Ergebnisse geben Rückschlüsse auf den Krankheitserreger oder auf die bisherige Dauer einer Infektion.

  • IgA – das Immunglobulin A ist spezialisiert auf Abwehr von Antigenen an den Oberflächen der Schleimhäute, z.B. Nasen, Rachen und Darm. Häufig werden dort an den Oberflächen durch die IgA Krankheitserreger abgefangen und neutralisiert. Dringen die Erreger aber tiefer ein, kommt es zu einer Immunreaktion.
  • IgG – dominierende Immunglobulinklasse im Blut. Wenn wir erstmalig von einem Erreger „angegriffen“ werden (Erstinfektion), dann werden zuerst IgM Antikörper gegen den Erreger erzeugt und erst später auch IgG. Dafür bleiben IgG dann meist lange nachweisbar, während die IgM Antikörper verschwinden. So kann man oft frische von alten Infektionen unterscheiden
  • IgM – werden bei Erstinfektion gebildet. Siehe IgG

Komplettes Blutbild

Rotes, weißes und Differentialblutbild, Hinweis auf Infektionen und Entzündungen, Eisenmangel, Blutungen, Allergien

Kreatinin (Nierenwert)

Der Nierenwert Kreatinin ist ein Abbauprodukt der Muskulatur, dass vom Muskel ins Blut abgegeben und über die Niere bzw. Harn ausgeschieden wird und gibt Aufschluss über die Funktion der Niere.

Lipoprotein A

Lipoprotein A ist ein Proteinkörper, der das Cholesterin im Blut transportiert.  Ein erhöhter Wert ist ein Hinweis für ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Myoglobin

Myoglobin – sauerstoffbindendes Hämoprotein. Vorkommen in Skelettmuskulatur und Herzmuskel.

Kurz genannt – es geht um die Sauerstoffsättigung in der Herz- und Skelettmuskulatur. In der Sportmedizin ist Myoglobin ein Indikator für die Muskelbelastung, bei trainierten Personen erfolgt die Myoglobin Freisetzung später als bei untrainierten Menschen.

Myoglobin wird zum einen in der Diagnose und Verlaufskontrolle von Herzerkrankungen eingesetzt, in der Sportmedizin zur Beurteilung von Leistungs- und Trainingszustand.

Ein erhöhter Wert ist daher keinesfalls ein Beweis für eine Herzerkrankung, es kann auch eine Schädigung der Skelettmuskulatur vorliegen.

PSA Test

Der PSA –Test (Messung Prostataspezifisches Antigen, d.h. dieser Stoff wird nur von diesem Organ produziert und freigesetzt). Er ist jedoch nicht nur Krebs-spezifisch. Etwa 1 /3 aller erhöhten Werte bedeuten tatsächlich eine bösartige Erkrankung, chronische und akute Entzündungen führen aber ebenso zu einem veränderten Wert. Ein Wert allein ist nicht aussagekräftig genug, im Falle einer Erhöhung sollte der Wert unbedingt kontrolliert werden.  In der Vorsorgemedizin ist vor allem die Verlaufskontrolle wichtig. Ab dem 45. Lebensjahr sollte jährlich (ev. im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung) der Wert kontrolliert, um damit die Entwicklung zu dokumentieren und Abweichungen früh zu erkennen. Wichtig sind dabei auch die regelmäßigen Routineuntersuchungen beim Urologen.

sdLDL (small dense LDL – Blutfettwert)

Dass dauerhaft erhöhte Blutfettwerte Arteriosklerose verursachen können, ist in vielen Studien bewiesen und allgemein bekannt. Neben der bereits wichtigen Aufspaltung in gutes (HDL) Cholesterin und in schlechtes (LDL) Cholesterin und der genetischen Profilanalyse (Bestimmung von Lipoprotein A)  haben Wissenschaftler in Studien bewiesen, dass eine Aufspaltung von LDL, also die Bestimmung von sdLDL, maßgeblich für die weitere Therapie und den Einsatz von Medikamenten (Lipidsenker) darstellt.

sdLDL ist stark atherogen und fördert die Plaque Bildung, und somit die Entstehung von Arteriosklerose.  Studien haben bewiesen, dass nicht die absolute Konzentration von LDL im Blutplasma von Bedeutung ist, sondern die Zahl der Partikel und die qualitative Eigenschaften wie Größe und Dichte.

Durch die Bestimmung von sdLDL kann der Arzt den weiteren Therapieverlauf abstimmen und nur wenn notwendig eine gezielte Medikation verordnen.

Testosteron

Testosteron ist ein männliches Geschlechtshormon, das sowohl bei Männern und Frauen im Körper produziert wird. Die Messung im Blut sollte morgens erfolgen, da es da zu der höchsten Konzentration bzw. Ausschüttung kommt. Ein erhöhter, bzw. niedriger Wert kann Rückschluss auf Erkrankungen wie z.B. Schilddrüsenüberfunktion oder Tumore hinweisen.

Triglyceride

Neutralfett, steckt wie Cholesterin in sichtbarem Fett (Speck, Wurst), in versteckten Fetten (z.B. Käse, Chips, Schokolade) und in zuckerhältigen Speisen –(z.B. Mehlspeisen) und im Alkohol. Da Triglyceride zu den Speicherfetten gehört, die im Körper, vor allen in den Gefäßen eingelagert werden stellen sie ein Risiko für Arteriosklerose dar.

TSH

TSH (fT3, fT4) Für die Beurteilung der Schilddrüsenfunktion sind die Hormonuntersuchungen wichtig. Die Bestimmung von TSH (Thyreoidea Stimulating Hormon) ist die Basis jeder Schilddrüsenfunktionsdiagnostik.  fT3 und fT4 Werte werden erhoben, wenn bereits eine Funktionsstörung diagnostiziert wurde und ist sehr wichtig für die „Einstellung“ der Schilddrüse. Wichtig bei Kontrolle dieser Werte sollte die letzte Einnahme der Medikamente 24 Stunden zurückliegen, da ansonsten die Werte verfälscht gemessen werden.

Bildnachweis: istockphoto.com

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