Das schmetterlingsförmige Drüsenorgan befindet sich vor der Luftröhre und grenzt oben an den Kehlkopf an. Von dort sendet diese Hormondrüse ihre Botenstoffe in den Körper. Die Schilddrüse kontrolliert und beeinflusst fast alle Organe, sowie unser Befinden, Konzentration, Leistungsfähigkeit und Stimmung.

Die Hauptaufgabe ist die Steuerung von Grundfunktionen des Stoffwechsels. Schilddrüsenhormone im Blut sorgen vor allem für die Regulation des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels und beeinflussen den energetischen Grundumsatz.

Bei ungefähr einen Drittel aller Probanden, die zur Vorsorgeuntersuchung kommen wird eine Veränderung der Schilddrüse festgestellt.  Das muss nicht immer ein gesundheitliches Problem bedeuten, oft klagen aber die Patienten über Beschwerden, die auf eine Störung zurück zu führen ist. Ein ausgewogener Speiseplan kann einen Patienten mit oder ohne Therapie in jeden Fall unterstützen.

Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion ist der TSH Wert (Thyreotropin-Thyreoidea-stimulierendes Hormon) der wichtigste Laborwert. Bei einem erhöhten TSH Wert liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor, die dazu führt, dass die Schilddrüse eine zu geringe Anzahl an Hormonen produziert. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (niedriger TSH Wert) werden wiederum zu viele Schilddrüsenhormone produziert.

Blutwerte und Diagnoseverfahren

Neben dem TSH Wert gibt es noch eine Reihe von spezifischen Blutwerten (fT3, fT4, TG, TBG) durch deren Bestimmung der Arzt bei vorliegender Funktionsstörung die Therapie abstimmen kann.

Grundsätzlich sollte der TSH Wert zumindest einmal im Rahmen einer Blutabnahme bestimmt werden, auch wenn noch keine wie oben beschriebenen Symptome vorhanden sind. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die familiäre Vorbelastung. Wenn ein Elternteil an einer Funktionsstörung leidet, sollte der TSH Wert auf jeden Fall bestimmt werden.

Bei der körperlichen Untersuchung – z.B. im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung – kann der Arzt mittels Tastgriff eine Vergrößerung oder größere Knoten feststellen.

Eine wesentliche Rolle spielt neben der Blutabnahme (Bestimmung des TSH Wertes) auch die bildgebende Diagnostik.

Eine schmerzlose Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss über die Größe und Struktur der Schilddrüse. Zudem können Veränderungen wie Knoten, Zysten und Gewebsveränderungen wie z.B. Autoimmunerkrankung Hashimoto und Morbus Basedow rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Spezielle weiterführende Untersuchungen wie z.B. das nuklearmedizinische Verfahren – Szintigrafie – geben weitere Aufschlüsse über das Gewebe bei Knoten (kalte oder heiße Knoten). Aber auch gutartige oder bösartige Veränderungen lassen sich damit identifizieren und unterscheiden.

Schilddrüsenerkrankungen

Unterfunktion (Hypothyreose)

Eine Unterfunktion liegt vor, wenn der Körper nicht ausreichend mit den Schilddrüsenhormonen versorgt wird. Dadurch verringert sich die Leistung des Stoffwechsels und verursacht oft eine reduzierte körperliche und psychische Belastbarkeit.

Typische Symptome: Gewichtszunahme, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, niedriger Blutdruck, Herzstolpern und depressive Verstimmungen.

Überfunktion (Hyperthyreose)

Eine Überfunktion liegt vor, wenn sich übermäßig viele Schilddrüsenhormone im Blut befinden. Die Energieproduktion läuft auf höchster Stufe.

Typische Symptome: Nervosität, Unruhe und Gereiztheit, Gewichtsabnahme trotz Heißhungerattacken, Durchfall, schneller Puls (Herzjagen und Zwischenschläge, sogenannte Extrasystolen), aber auch Schweißausbrüche und Haarausfall.

Es gibt vor allem 2 Formen der Überfunktion, die am häufigsten vorkommen:

  • Autonomie (ein oder mehrere Knoten, Zysten)
  • Immunogene Hyperthyreose (Morbus Basedow)

Zysten & Knoten

Als Struma wird eine vergrößerte und/oder knotig umgeformte Schilddrüse bezeichnet. Schilddrüsen Knoten werden in der Regel durch Ultraschalluntersuchung und Szintigraphie abgeklärt und vermessen. Knoten können aus normalem Schilddrüsengewebe bestehen (warme/heiße Knoten). Bei Verdacht auf „kalte“ Knoten bedarf es weiterer Abklärung meist durch Szintigrafie oder Feinnadelbiopsie, da diese Knoten eine erhöhte Entartungstendenz aufweisen.

Morbus Basedow

Morbus Basedow ist ebenfalls eine Autoimmunerkrankung. Die Schilddrüse ist meist vergrößert und es kommt am Beginn der Erkrankung oft zu Lidschwellungen und Druckgefühl auf den Augen.

Zur Abklärung sollte nicht nur der TSH Wert im Blut bestimmt werden, sondern auch eine Antikörperbestimmung, bzw. eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchgeführt werden. Patienten mit einer Morbus Basedow Erkrankung sollten auf jodarme Ernährung achten.

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