Die Wirbelsäule ist das tragende Element in unserem Körper und trägt den Kopf, Rumpf mit Rippen, Schultern, Arme und Beine.  Sie besteht aus 26 Wirbeln und gliedert sich in Hals- Brust- und Lendenwirbelsäule, Kreuzbein und Steißbein. Im Wirbelkanal sitzt das Rückenmark und somit das zentrale Nervensystem, auch die Blutzellen werden dort gebildet.

Unsere Wirbelsäule ist durch die seitlichen Krümmungen dynamisch und kann Erschütterungen und Belastungen gut abfedern. Die Bandscheiben (gelartiger Kern), die sich zwischen den Wirbelkörpern befinden haben somit die Funktion – vergleichbar eines Stoßdämpfers – und bewirken, dass die Wirbelsäule mehrdimensional beweglich ist.

Bandscheibenvorfall

Bei einem Bandscheibenvorfall handelt es sich um eine Vorwölbung der Bandscheibe zwischen den Wirbelkörpern.  Bandscheiben werden unter Belastung – z.B. beim Laufen dünner, weil sie an Flüssigkeit verlieren, im Laufe eines Tages kann das bis zu 2 cm von der Körpergröße ausmachen. Im Laufe eines Lebens nutzen sie sich „normal“ ab, daher ist die Stärkung der Rückenmuskulatur, um Wirbelsäule und Bandscheiben zu entlasten ein wichtiger Faktor.

Zu einem schmerzhaften Bandscheibenvorfall kommt es, wenn Fehlbelastungen- und Fehlhaltungen zu einer Ausbeulung der gelartigen Masse im inneren der Bandscheibe führen. Je nach Grad der Schädigung (man unterteilt in 3 Grade) entwickeln sich die Symptome. Ein Bandscheibenvorfall kann plötzlich starke Schmerzen auslösen die auch in Beine, Arme und Gesäß ausstrahlen bis hin zum Taubheitsgefühl.

Skoliose

Bei der Skoliose handelt es sich um eine seitliche Wirbelsäulenverkrümmung (Rotation), einzelne Wirbelkörper sind verdreht (Torsion) und führt zu einer sichtbaren Fehlhaltung. Meist ist die Ursache für eine Skoliose nicht bekannt und man unterscheidet auch hier je nach Ausprägung in 3 Grade (leicht, mittel, schwer).

Typische Anzeichen für Haltungsfehler sind:

  • Beckenschiefstand
  • Schulterniveau – Schiefstellung
  • Vorstehen eines Schulterblattes
  • Asymmetrischer Brustkorb

Je nach Ausprägung kommt es zu unterschiedlichen Beschwerden und Verspannungen.

Vorbeugung und Therapie

Grundsätzlich kann man einer Skoliose nicht vorbeugen, oft sind auch genetische Faktoren im Spiel. Da Skoliose sich aber oft schon im Kindes- und Jugendlichenalter abzeichnet kann man durch Früherkennung und frühen Therapiebeginn mit Physiotherapeuten das Voranschreiten stoppen und Beschwerden durch Fehlhaltung lindern.

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind mittlerweile ein Volksleiden geworden. Bedingt durch unseren Lebensstil – zu wenig Bewegung, langes Sitzen, Fehlhaltungen und häufig kommt noch Übergewicht dazu – leiden bis zu 70 % aller Österreicher einmal im Leben darunter.

Der Begriff Rückenschmerz bezeichnet kein einheitliches Krankheitsbild, die Beschwerden können akut auftreten oder chronisch verlaufen, es können körperliche Anstrengungen oder psychische Belastungen die Auslöser sein.

Ursachen für Rückenschmerzen können sein:

  • Verspannungen und verkürzte Muskulatur
  • Überbeanspruchung der Gelenke
  • Nervenentzündung – häufig betroffen der Ischiasnerv
  • Bandscheibenvorfall
  • Strahlungsschmerz ausgelöst durch Erkrankungen der Organe (z.B. Nieren, Blase, Gebärmutter)

Entscheidend für Diagnose und Therapie ist auch die Häufigkeit der Schmerzen, sind sie einmalig (auf Grund einer körperlichen Überbelastung), rezidivierend (treten also in regelmäßigen Abständen auf) oder anhaltend (wie z.B. bei Bandscheibenvorfall). Die Behandlung von Rückenschmerzen ist daher von der Ursache abhängig.

Diagnostische Schritte durch den Arzt:

  • Ausführliche Anamnese
  • Abklärung der Schmerzsituation – akut oder chronisch und Einstufung der Schmerzintensität
  • Abklärung ev. zusätzlicher psychischer Belastungsfaktoren
  • Weiterführende Untersuchungen wie Röntgen, MRT usw.

Nach der Abklärung durch den Arzt sind therapeutische Maßnahmen z.B. durch Physiotherapeuten und Osteopaten ratsam, um eine Veränderung der Haltung, Gangbild und Entspannung und Stärkung der Muskulatur nachhaltig zu bewirken.

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